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Apr 102015
 

Hausmittel für die Gesundheit

(wird noch erweitert)

Hausmittel waren seit Jahrhunderten die erste Wahl bei Zipperlein und Wehweh. Sie repräsentieren Erfahrungen, die besonders von der Landbevölkerung im Alltag gesammelt wurden und manchmal über Generationen mündlich, aber auch schriftlich weiter gegeben wurden. Sicher repräsentieren sie nicht die Ansichten der modernen Medizin, manche dieser Hausmittel sind aber noch besser, als gar keine Hilfe.

Historisch darf man nicht vergessen, dass über Jahrhunderte auch auf die Hilfe der Mediziner und Ärzte nicht der größte Verlass war. Die heutigen Mitglieder der Zunft der Götter in Weiß, wie sie sich oft und gerne selbst darstellt, die alles weiß und gegen jedes Zipperlein ein Mittelchen der chemischen Industrie bereit hält, waren im Mittelalter noch Mitglieder der fahrenden Zunft, die auf Jahrmärkten zur Unterhaltung des Volkes versuchte, Krankheiten zu kurieren, Zähne zu ziehen oder auch die ein oder andere Operation öffentlich vor zu führen. Von der häufig durchgeführten Verabreichung des giftigen Quecksilbers leitete sich auch deren verballhornende Bezeichnung der Quacksalber ab. Auf Grund der damals unzureichenden Kenntnisse der Ärzte wurde von der Bevölkerung intensiver Gebrauch von Hausmitteln gemacht, aber auch “Hexenkünste” wie das Besprechen, Zaubersprüche und Anleihen an Magie und Mystik waren weit verbreitet – mehr Hilfe war von vielen Quacksalbern auch nicht zu erhalten.

In diesem Artikel möchte ich einige Mittelchen und Wege vorstellen, mit denen Krankheiten bekämpft wurden bzw. für mehr Gesundheit oder Lebensqualität gesorgt wurde. Vor einem Nachmachen möchte ich ausdrücklich warnen, denn viele der vorgestellten Mittel und Verfahren dürften keiner wissenschaftlichen Kontrolle standhalten, noch ist auszuschließen, dass es nicht bei Anwendung zu gesundheitlichen Schäden kommen kann. Falls bekannt, schreibe ich an das einzelne Mittelchen das Jahr oder auch den Ort, in dem sich dieses Mittelchen in der Literatur fand.

Abzesse, Geschwüre, Eiterbeulen

  • Breiumschläge aus Semmel, Milch und Safran, um ein Reifen der Eiterbeulen zu erreichen
    1852, München
  • Eine in Asche geröstete durchgeschnittene Zwiebel auf das Zentrum über Nacht binden
    1852, München
  • Einreiben mit Fichtenharzsalbe oder Tannenharzsalbe – dazu 1/2 Butter und 1/2 Rindertalg leicht erhitzen, 3 EL Bienenhonig, etwas Tannenharz oder Fichtenharz sowie paar Tropfen Leinenöl zu einer Salbe verrühren

Aphten

  • Saubere Wäsche 1852, München
  • öfter kalt spülen und Wasser trinken 1852, München

Augen mit Blutstreifen

  • rohes, noch warmes Kalbfleisch auf das Auge binden

Augenentzündung

  • 10 Quittenkerne in 100 ml Wasser ausdauernd schütteln, dann durch ein Tuch filtern. In die Flüssigkeit ein Tuch tauchen und als Kompresse aufs Auge geben.

Augenbeschwerden, Sehprobleme

  • Schöllkraut über Nacht auf die Augen binden

Augentränen

  • 15 Tropfen Augentrost-Tinktur in ein Glas Wasser, damit das Auge öfter waschen und befeuchten.

Ausschlag im Gesicht

  • Tee aus Faulbaumrinde und Hirtentäschel kochen, mit etwas Speiseöl vermischen und die bösen Stellen damit bestreichen.

Asthma, Kurzatmigkeit

  • Anistee trinken 1852, München
  • Morgens einige EL gepresster Rettichsaft 1852, München
  • vor dem Schlafen gehen ein EL geriebener Meerrettich mit Honig 1852, München
  • Morgens und Abends gestoßener gelber Senf in einer Oblate oder in Fleischbrühe oder Tee 1852, München
  • bei Anfall Hände in heißes Wasser stecken 1852, München
  • bei starkem Anfall ein Pechpflaster mit gemahlenem Pfeffer oder Senfteig (Senfmehl mit Essig) auf die Brust legen 1852, München
  • keine Federbetten verwenden 1852, München
  • kalte Umschläge auf die Brust 1852, München
  • Viel im Wald aufhalten
  • Duft von zerriebenen Fichtennadeln oder Tannennadeln inhalieren
  • Fichtenharz kauen

Auszehrung

  • Honig essen und Milch trinken
    1852, München
  • 8 EL Ziegenbutter, 4 EL Honig verrühen, Morgens und Abends 1 EL voll

Blasenentzündung

  • Tee von Birkenblättern, nüchtern getrunken
  • Meerrettich oder Brunnenkresse essen
  • vorbeugend Radieschen, Knoblauch, Gurkensamen

Blutarmut

  • im Frühjahr Salat mit Löwenzahn, Brunnenkresse, Feldsalat essen

Blutreinigung

  • 6 Hand voll Hafer, 1 Hand voll Wurzel der Wegwarte, 6 g Salpeter zusammen vermischen und mit 8 Liter Wasser auf 4 Liter einkochen. Dann einige male zur Reinigung durch ein Tuch gießen und davon morgens und abends je 2 Tassen trinken.
  • Tee zur Blutreinigung: Heidekraut, Petersilie, Brennesselwurzel, Tormentil mit Wurzel, Taubnessel mit Blüte, Tausendgüldenkraut mit Blüte zu gleichen Teilen, dann dazu je 5% Wacholder und Faulbaumrinde und 2% Baldrian. Man kann auch noch Erdbeerblätter, Himbeerblätter, Brombeerblätter, wildes Stiefmütterchen, Schlehdornblüten und Queckenwurzeln hinzu geben.
  • Lauch essen
  • Apfel reiben, mit rohem Hühnerei vermengen und wöchentlich 1 x essen
  • Rote Rüben essen

Brand

(wurde früher unspezifisch für mit Bakterien oder Viren  oder infizierte Blutungsstörungen mit Absterben des Gewebes verwendet)

  • Brot und Milch zu Brei zerkochen und in Tuch eingeschlagen auf die Wunde legen, bei Eiterung ein mit ungesalzener Butter eingestrichenes Tuch überdecken
  • Heiße Umschläge mit geschnittenem und gekochtem Gemeinen Eberwurz (Carlina vulgaris)
  • Umschläge mit kaltem Wasser, in Tücher eingewickeltem Eis oder Schnee

Dekubitus, Wundliegen

  • oft die Liegestellung wechseln
    1852, München
  • gerötete Haut oft kalt waschen
    1852, München

Durchfall

  • getrocknete Heidelbeeren kauen und essen
  • getrocknete Brombeeren
  • Tee aus Brombeerblättern
  • Tee aus getrockneten Kirschstielen, 1 EL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen
  • Reis in Wasser kochen und das Wasser trinken
    1852, München
  • Suppe aus Roggenmehl
    1852, München
  • Zimt in Milch kochen und trinken
    1852, München
  • Rot-Ulme als Tee trinken
    1852, München
  • Wurzel der Königskerze in Rotwein gekocht, lauwarm getrunken

Erbrechen

  • Salzwasser trinken
    1852, München
  • Warmes Wasser mit Butter oder Olivenöl trinken
    1852, München

Erfrierungen

  • Rüben gerieben oder faule Äpfel oder eiskaltes Sauerkraut als Umschlag
    1852, München
  • mit Gänsefett oder Hasenfett Morgens und Abends einreiben
    1852, München
  • mit warmem Branntwein waschen
    1852, München

Erfrierungen vorbeugen

  • die Glieder mit Fett einstreichen
    1852, München
  • Glieder mit Schnee oder eiskaltem Wasser abreiben
    1852, München
  • in der Kälte keine alkoholischen Getränke trinken
    1852, München
  • in Bewegung bleiben, nicht still stehen, nicht sitzen und Ausruhen, da man sonst vom Schlaf übermannt wird und darauf der Tod folgt
    1852, München
  • mit Linsensalbe behandeln – dazu braune Linsen trocknen und zerreiben. Das Linsenmehl mit Schweineschmals vermengen und abends auf die Erfrorenen Stellen streichen, am Morgen gut abwaschen
  • Umschläge aus geriebenem Meerrettich und heißem Wasser

Erkältung mit Grippalem Infekt

  • Bettruhe mit Schwitzkur, möglichst Schal um den Hals
  • 1 Zitrone in ca. 60 °C heißes Wasser geben, mit oder ohne Zucker oder Honig trinken
  • Lindenblütentee mit etwas Honig trinken
  • heißer Holundersaft mit etwas Honig trinken
  • im Frühling frische Fichtentriebe als Tee, dazu eine Hand voll Triebe mit 500 ml kochendem Wasser übergießen, 20 Minuten abgedeckt ziehen lassen und so heiß als möglich trinken
  • Salbeitee
  • Holunderblütentee
  • Schweißtreibenden Tee (je 10 g Lindenblüten, Holunderblüte, Schafgarbe, Brennessel, je 5 g Salbei, Wermut – 1 EL in 250 ml kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen) trinken und in Bett legen
  • gegen Fiebern 1 Tasse Rosinen in 2 l Wasser aufkochen und köcheln, bis diese weich sind. Über den Tag verteilt, so viel als möglich davon trinken.
  • Wadenwickel mit in lauwarmes Wasser getauchten Leinentüchern, öfter erneuern
  • Zwiebelsocke, dazu 2 Zwiebeln schälen und fein schneiden, in Butter andünsten, auf zwei Tücher geben und diese möglichst heiß an die Fußsohlen binden
  • Erkältung mit Fieber: Tee von je 10 g Tausendgüldenkraut, Schafgarbe, Schwalbenwurz, Hirtentäschel und je 5 g Ringelblume und Pappelblätter, dann 1 EL mit 250 ml kochendem Wasser 10 Minuten ziehen lassen und trinken, 2 x täglich trinken
  • Haferschleim als leichte Kost, dazu 500 ml Wasser und ca. 100 g Haferflocken aufkochen lassen und mehrere Minuten köcheln lassen. Anschließend 1 Prise Salz zugeben

Fallsucht – Epilepsie

  • 30 Minuten vor dem Anfall 1 TL in schwaches Bier eingerührte getrocknete und gemahlene Beifußwurzel mit anschließendem Schwitzen im Bett 1852, München
  • löffelweise ausgepresster Saft von Echten Labkraut
  • Prise Blüten der Wiesenkresse

Flechten

  • häufige Waschungen mit Seifenwasser
    1852, München
  • oft mit Schwefelwasser benetzen
    1852, München
  • Waschungen mit einer Abkochung von Rettigkraut oder Kleie
    1852, München
  • Waschungen mit Salzwasser
    1852, München
  • Wurzeln des Wiesen-Sauerampfers reiben und mit Butter oder Schmalz vermengt Morgens und Abends die Flechten damit einstreichen
    1852, München
  • Diät halten, überwiegend pflanzliche Kost nutzen, keine geräucherten oder stark gesalzene Speisen, weder Schweinefleisch noch Branntwein noch Bier zu sich nehmen
    1852, München

Furunkel

  • Brennnesseltee trinken
  • kein Schnaps
  • keine stark gewürzten Gerichte
  • kein Schweinefleisch
  • keine Innereien essen
  • Auflagen von Kohlblättern auf den betroffenen Stellen, dazu die Kohlblätter von der Rippe entfernen, anschließend mit dem Nudelholz weich walzen, auf die betroffene Stelle auflegen und mit einer Binde umbinden
  • mit Kamillentee baden
  • Getreidebrei mit Kamille versetzen und als Umschlag oder Pflaster auflegen
  • zur Schmerzlinderung warme und kalte Essigumschläge

Fusspilz

  • Knoblauch zerdrücken und mehrfach täglich die Knoblauchpaste aufbringen

Gallensteine

  • viel Gemüse, in Fleischbrühe gekocht, essen, Cichoren, Endivien, Petersilie, Rotkohl, Kerbel usw, dann saftige Früchte: Kirschen, Erdbeeren, Maulbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren in Menge, dazu im Frühjahr mit Honig gesüßte Molke trinken, zum Austreiben der Steine täglich 3-4 Eigelb essen
    1852, München

Gerstenkorn

  • durch ein Tuch mehrfach gefilterten Kamillentee-Kompressen auflegen
  • Warme Breiumschläge von Semmel, Milch und Safran
    1852, München
  • Ein Stück rohe Zwiebel oder Honigkuchenteig mit Zwiebeln auflegen
  • Morgens das Gerstenkorn vor dem Essen mit Spucke oder Urin betupfen

Gicht

  • Einfache Diät, keine heißen Getränke, keine stark gewürzten Speisen
    1852, München
  • viele Erdbeeren gegen die Anfälle
    1852, München
  • Tee – grüner und schwarzer gemischt, mit Honig gesüßt
    1852, München
  • Wuzelabkochung des Sauerampfer trinken
    1852, München
  • täglich Ingwer mit Milch und Zucker oder 1 TL voll gepulverten Ingwer in Milch
    1852, München
  • nach Gichtanfall Senfsamenteig auf das gichtige Glied
    1852, München
  • Lebertran von Fisch einnehmen
    1852, München

Haarwuchs fördern

  • Brennnessel-Haarkur verwenden – dazu 500 g Brennnesselblätter in 1 l Wasser und 1 l Essig aufkochen lassen und 1/2 Stunde köcheln lassen. Auskühlen lassen und zur Haarwäsche verwenden. Anschließend den feuchten Kopf mit Handtuch umwickeln und über Nacht einwirken lassen

Halsschmerzen

  • bei abnehmendem Mond mit Lindenblütentee gurgeln
  • bei zunehmendem Mond mit warmen Bier gurgeln
  • abends 1 Tasse Kamillentee in kleinen Schlucken und vorm Schlucken jeweils im Mund behalten
  • 1 Zwiebel schälen, klein schneiden und mit Zucker überstreuen. Vom Saft täglich 2 EL zu sich nehmen
  • Honig und Kandiszucker in heißes Wasser geben und in kleinen Schlucken zu sich nehmen
  • heißer Holundersaft
  • heißer Lindenblütentee
  • Umschläge mit Heublumen (alles, was so auf der Wiese wächst und blüht)
  • Umschläge mit Heu, dazu Heu in ein Tuch wickeln und im Wasserdampf in einem Topf ca. 20 Minuten dämpfen und warm um den Hals binden

Harnbrennen

  • Diät, starken grünen oder schwarzen Tee mit Milch und Zucker  mit kaltem Wasser verdünnt
    1852, München
  • Leinsamentee trinken
    1852, München
  • örtliche Milchbäder
    1852, München

Hautjucken

  • Bäder von Milch und Wasser, einreiben mit Olivenöl
    1852, München
  • waschen mit einer Essig-Wasser-Mischung
    1852, München
  • Strenge Diät, kein Fleisch
    1852, München

Heiserkeit

  • ein frisches Eigelb mit Zucker verrührt morgens nüchtern einnehmen
    1852, München
  • Knoblauch stoßen, den Saft ausdrücken, mit Honig mischen Morgens und Abends warm einnehmen
    1852, München
  • warmer Rettig- oder Rübensaft mit Zucker, teelöffelweise einnehmen

Herz stärken

  • abends Milch mit Honig trinken
  • Lehmumschläge machen  – dazu kalten Lehm ca. 1 cm dich auf die Brust schmieren und mit sauberem Tuch abdecken, nach ca. 20 Minuten abwaschen

Herzklopfen

  • Melissenblätter zerstoßen, auf die Brust legen
  • Apfelsaft über den Tag verteilt in kleinen Schlucken trinken
  • Lavendelblüten mit Zuckerwasser übergießen und löffelweise einnehmen

Husten, Heiserkeit, verschleimte Bronchien

  • Meerrettichsaft mit Weinessig vermischt, je Stunde 1 TL
  • Huflattich, im Mai gesammelt als Tee
  • 1 Zwiebel schälen, klein schneiden und mit Zucker überstreuen. Vom Saft täglich 2 EL zu sich nehmen
  • mehrere Tropfen Sonnenblumenöl, ca. 1 Stunde nach der Mahlzeit
  • Radieschen aushöhlen, darin Honig füllen und ca. 6 Stunden in einen Topf geben. Die Flüssigkeit 3x täglich 2 TL zu sich nehmen
  • Radieschensaft mit Honig – dazu Radieschen fein reiben, mit Honig vermengen, über Nacht stehen lassen und dann abseihen. Davon 3x täglich 2 EL zu sich nehmen
  • vorbeugend Lakritze
  • Zwiebelsud – dazu 1 Zwiebel schälen, mit 1 l Wasser ca. 20 Minuten köcheln lassen und 3 EL Honig zugeben. Schlückchenweise heiß trinken
  • 2 Zwiebeln schälen, klein schneiden, in Fett anbraten und mit dem Fett Hals, Brust und Fußsohlen einreiben. Anschließend mit Schal und Socken ins Bett zum Schwitzen

Hühneraugen

  • mehrfach täglich mit Knoblauch einreiben
  • einreiben mit einer Schwarte, von der das Fett entfernt wurde
  • aufbinden einer Schwarte, von der das Fett entfernt wurde
  • kleines Stück Speck auf dem Hühnerauge mit Pflaster fixieren, später den Speck im Garten vergraben, ist er verrottet, ist auch das Hühnerauge weg. Sagt man.
  • Pflaster von geriebener Zwiebel und etwas Salz – das Hühnerauge wird davon weich und lässt sich nach einigen Tagen leicht herauslösen

Insektenstiche

  • bei Bienenstich die Biene auf der Einstichstelle zerquetschen
  • Stachel mit Pinzette oder Fingerspitzen herausziehen
  • Bienenstich mit Speichel oder Urin einreiben
  • bei Wespenstich oder Bienenstich: Salzwasserkompresse oder frisch gequetschte Petersilienblätter oder Eiweiss oder Öl oder Honig, oder nasse Erde, nassen Ton, nasser Lehm, Zwiebelsaft aus dem Stängel gepresst, Saft aus Klettenblättern, Salbeiblätter
  • bei Ameisenbissen: nasse Erde
  • Mückenstiche: mit  Zitronensaft einreiben
  • Spinnenstiche: mit Öl einreiben
  • Skorpionstiche: mit Öl einreiben, mit Essig und Wasser waschen
  • Kuhmist auf die Stelle reiben – lindert den Juckreiz und verhindert das Anschwellen

 Keuchhusten

  • schleimige Getränke geben
  • Zwiebelsaft in die Fußsohlen einreiben
  • Knoblauchsaft mit Schweinefett vermischt auf Rücken und Magen einreiben
  • strenge Diät
  • oft Durchlüften der Zimmer

Kinderprobleme

  • zur Stärkung gute Muttermilch geben
    1852, München
  • Auffüttern, aufpäppeln: bei schwacher Muttermilch oder verhindertem Säugen: mit etwas Zucker gekochte mit Wasser verdünnte Kuhmilch aus einer Saugflasche anbieten. Gries, Weißbrot oder Reis, Grütze mit Milch oder Fleischbrühe gekocht anbieten, statt Milch lauwarme Molke oder 1/3 entrahmte Kuhmilch mit 3/4 Hafergrützschleim geben.
    1852, München
  • Unruhe: warm baden und zur Mutter ins Bett legen
    1852, München
  • Wund sein: Bäder von abgekochter Kleie;: zerriebene Mohrrüben dauernd auflegen
    1852, München
  • Augenliedentzündung: Schwämmchen in starkem Aufguss von Holunderbeeren tauchen und auf die Augen legen
    1852, München
  • Mitesser: mit Honig bestreichen, dann mit Seife abwaschen
    1852, München
  • Kolik: 1 TL zerstoßenen Anis mit heißem Wasser aufgegossen zu trinken geben; Bauch mit warmer Hand massieren; Klistier mit Kamillentee oder Haferschleim
    1852, München
  • Einnässen: Kind in der Nacht ein mal aufwecken und zur Toilette führen; Eichenlaubwasser trinken lassen
    1852, München
  • Ausfluss, stinkender, aus den Ohren: Schwamm in Kamillentee tauchen und auf die Ohren drücken; dazu Eichelkaffee trinken lassen
    1852, München
  • Stuhlgang säugender Kinder fördern: Haferschleim mit Honig geben
    1852, München
  • Dörrsucht (Anschwellen des Bauches bei Abmagerung des übrigen Leibes) Brust einer gesunden Mutter oder Amme geben; Kuhmilch mit kräftiger Rindfleischsuppe vermischen; Eichelkaffee
    1852, München
  • Englische Krankheit (Rachitis):
    • Bewegung in frischer Luft, Bäder, Fleischkost, Eichelkaffee;
    • täglich morgens ein mit Wasser und Milch verrührtes Eigelb geben;
    • Malzbäder;
    • Lebertran für 3-4 Wochen geben
    • keine Federbetten verwenden
  • Herzgespann (Anwachsen) – ist wahrscheinlich Unruhe bei kleinen Kindern auf Grund von Blähungen
    Brunnenkresse in frischem Schweinefett rösten, damit Leib, Seiten und unterste Rippen öfter warm einreiben; oder Herzgrube und Fußsohlen mit weißem Gänsefett salben
    1852, München
  • Milchschorf (Ansprung): mit ungesalzener Butter bestreichen; Seebäder; Bad in Salzwasser (ca. 120 g Salz in 10 l Wasser)
    1852, München

Kopfgrind, Milchschorf

  • Waschen mit lauwarmem Wasser
  • Waschen mit Salzwasser
  • Einschmieren mit Salbe aus Fett und Kohlenpulver
  • mit Olivenöl bestreichen und Weißkohlblättern bedecken
  • Wacholderbeeren zerstoßen, aufkochen und mit Schmalz ein Pflaster aufbringen

Krampfadern (Blutadergeschwulst)

  • mit Branntwein einreiben
    Riga, 1805
  • mit Mohnsaft einreiben
    Riga, 1805
  • an den Füßen umwickeln mit Leinen, Flanell, Schnürstrümpfen aus Leder oder Hundefell
    Riga, 1805
  • Diät halten
    1852, München
  • Bäder und Güsse mit kaltem Wasser
    1852, München

Kratzer und Hautabschürfungen

  • mit Wasser Säubern und mit Melkfett oder Schmalz oder geklärter Butter einreiben

Lungenleiden

  • Tee aus Birkenblättern
  • Lindenasche in Milch – dazu ca. 10 cm Zweigspitzen vom Lindenbaum sammeln und verbrennen lassen, so dass nur schwarze Kohle übrig bleibt. Diese wird gerieben und 3x täglich je eine Messerspitze davon in 1 Glas Milch eingenommen

 Magengeschwür, Gastritis

  • nicht rauchen, kein Alkohol, kein Kaffee
  • Weißkrautsaftkur über 2 Wochen, dazu  ca. 300 ml Weißkrautsaft über den Tag verteilt trinken
  • Leinsamen über Nacht einweichen, täglich morgens und abends je 1 EL voll zu sich nehmen, jedoch 8 Tage eine Pause einlegen

Magenkatarrh mit Fieber

  • Brechmittel geben
    1852, München
  • dünne, schleimige Suppen oder Wassersuppen essen
    1852, München
  • keine alkoholischen Getränke
    1852, München
  • Wasser trinken
    1852, München

Magenkrämpfe

  • Tee aus Schafgarbe oder Fenchel trinken
  • mehrmals täglich 1 EL Milch trinken und warmes Öl auf den Magen reiben
  • einige EL Leinöl essen

Magenschmerzen

  • wollene Bauchbinde, immer warm halten
  • Quarkumschläge
  • Quark täglich essen
  • Kümmeltee, Fencheltee, Anistee, Kamillentee, Salbeitee
  • Zwiebeltinktur
  • Kümmelsamen kauen
  • Wärmeflasche, heißer Stein, warmes Kirschkernsäckchen auf den Magen
  • Leinensäckchen mit Hafer auflegen – dazu den Hafer leicht anfeuchten, anwärmen und in das Säckchen geben
  • Tee von Schlehenblüten, Holunderblüten oder Pfefferminze

Magen, verdorbener

  • schwarzen Kaffee ohne Milch und Zucker trinken
  • Zuckerwasser trinken
  • ein Gläschen Kirschgeist trinken
  • Gurkenwasser von Salzgurken oder Gewürzgurken trinken
  • Eichelkaffee trinken

Magen, aufstoßen

  • eine süße, geschälte Mandel essen

Mandeln, angeschwollen oder eiternd

  • Honigkuchen in heißer Ziegenmilch auflösen, teelöffelweise trinken
    1852, München
  • bei eiterigen Mandeln mit einer in Öl getauchten Feder, die man in den Hals einbringt, Brechen erregen, damit die Vereiterung aufbricht
  • kühlende Umschläge um den Hals

Migräne

  • Meersalz mit Eiweiß verreiben und auf Stirn und Schläfe legen, Füße warm halten
  • Tasse starken Kaffee oder grünen Tee trinken
  • Tabak schnupfen
  • Zitronenschale im Durchmesser von ca. 2 cm rund ausschneiden, alles weiße abschneiden und mit feuchter Seite auf die Schläfe kleben, wo es bald einen roten Fleck zieht und juckt, wobei die Migräne verschwinden soll
  • ein frisches Kohlblatt auf die Stirn binden
  • eine Brotrinde in Essig tauchen und auf die Stirn binden
  • Essig warm machen und mit Seife vermischen, damit waschen

Muttermal

  • aus der Borretsch-Wurzel das Herz bzw. Mark nehmen, welches in der Mitte einen weißen Strich bildet, in Weinessig einweichen, einen Schwamm eintunken und öfter auf die Flecke halten

Nabelbruch

  • 1/2 Muskatnuss oder Walnuss passender Größe mit großem Heftpflaster auf den Nabel befestigen

Nasenbluten

  • aus Watte und Feuerschwamm einen Pfropf bilden, diesen in Essig tauchen und das blutende Nasenloch damit verstopfen
  • ein Stück Speck in das Nasenloch stecken
  • Birkenschwamm brennen und pulvern und dieses schnupfen
  • Wasser in die Nase ziehen
  • kalte Umschläge in den Nacken oder auf die Geschlechtsteile
  • kalte Fußbäder machen

Ohrensausen, Tinnitus

  • Ohren mit dem Ohrlöffel reinigen
  • Baumwolle in das äußere Ohr stecken und mit Zwiebelsaft beträufeln
  • Fußbäder mit Asche

Ohrenschmerzen

  • Wasserdampf in das Ohr steigen lassen
  • Dämpfe von heißem Holundertee ins Ohr steigen lassen
  • tägliche einige Tropfen Öl von süßen Mandeln oder lauwarme Milch ins Ohr tröpfeln

 

Pickel im Gesicht

  • Morgens vor dem Essen mit frischer Spucke oder frischem Urin betupfen

Regelblutung, zu geringe

  • Tee aus Schafgarbe trinken

Regelblutung, zu starke

  • Tee aus Eichenrinde in kleinen Schlucken trinken, dazu ein Stück trockene Rinde in 0,5 l Wasser kurz auskochen und abkühlen lassen

 Regelblutung, unregelmässige

  • regelmäßig Wermuttee trinken

Quetschungen

  • Umschlag mit Essig oder Apfelessig für ca. 1 Minute, dann mit Arnika-Tinktur einreiben
  • Umschlag mit Wein oder Branntwein
  • Umschlag aus Melisseblättern und Roggenbrot - dazu beides mit etwas Essig vermengen, so dass ein dicker Brei entsteht und auf die Stelle auftragen
  • bei starken Quetschungen Ansetzen von Blutegeln

 

Scheidenpilz

  • Quarkbinde in der Unterwäsche tragen oder Quark einführen

Schlucken, Aufschlucken

  • Atem anhalten
  • ein Gläschen Rum trinken
  • kaltes Wasser in kleinsten Schlückchen trinken, ohne zu atmen
  • etwas Zitronensaft oder Essig trinken

Schnittwunden

  • Messerschnitt im Finger in Salz oder Paprikapulver tauchen
  • um den Blutfluss zu stoppen: Watte in heißes Wasser tauchen und auf die Wunde drücken
  • kleine Schnitte an Finger oder Hand mit eigenem Urin behandeln (fällt Männern sehr leicht – draufpieseln)
  • mit möglichst noch warmer Arnika-Fichtensalbe behandeln – dazu 2 EL Butter mit 3 zerriebenen Arnikablüten, einem haselnussgroßen Stück Fichtenharz oder auch Tannenharz und einigen Kamilleblüten erhitzen.
  • mit Tannenhartsalbe behandeln – dazu etwas Tannenharz im Topf aufkochen, die Flüssigkeit weg schütten und den Bodensatz mit Öl 1:3 vermischen.
  • ein Leinentuch in Sauerkrautsaft tunken und auf die Wunde binden, mehrfach wechseln.

Schnupfen

  • ausschnauben und tief durch die Nase ein- und ausatmen
  • Kamillendampfbad – dazu Wasser aufkochen lassen und dann eine Hand voll Kamillenblüten einstreuen. So heiß als möglich den Kopf drüber halten und mit einem Handtuch Kopf und Topf abdecken. Überwiegend durch die Nase atmen. Dies macht man 3x täglich und kann auch etwas Arnikatinktur mit in das Wasser geben
  • Mund und Nase mit Holunderwasser spülen – dazu 2-3 Hand voll getrocknete Holunderblüten in 1 l Wasser geben, aufkochen lassen, etwas ziehen lassen, abseihen und in das Wasser noch einen Schuss Essig geben.
  • Fencheltee trinken
  • Huflattichtee mit etwas Honig trinken

 Sodbrennen

  • 2 frische Eicheln schälen und essen
  • 2 getrocknete gemahlene Eicheln essen
  • 1 Gläschen Enzianbranntwein

Sonnenbrand

  • Quarkumschläge
  • Lehmumschläge

 

Unruhiger Schlaf, Schlechte Träume

  • mit stark erhöhtem Kopf schlafen
    1852, München
  • abends ein Glas Zuckerwasser trinken
    1852, München
  • auf Fleischkost verzichten
    1852, München

 Verbrennung, kleinere

  • mit Mehl bestäuben und verbinden, nach einiger Zeit die verbrannte Haut mit Arnikatinktur säubern
  • geschlossene Brandwunden mit einer halbierten Zwiebel einreiben

Verstopfung

  • 6 Dörrpflaumen und 6 getrocknete Feigen 15 Stunden in wenig Wasser weichen, das Obst vor dem Schlafen gehen essen und das Wasser am folgenden Tag schlückchenweise trinken
  • Zäpfchen aus Kernseife
  • getrocknete Pflaumen essen

Warzen

  • Nacktschnecken überlaufen lassen
  • Schwarze Johannisbeeren auf den Warzen zerdrücken

 

Wechseljahre, Beschwerden

  • Tee aus Schafgarbe oder getrockneten Wacholderbeeren trinken
  • viel Gemüse und Milchprodukte genießen, auf Fleisch, Schokolade, Kaffee, Zucker verzichten
  • viel Bewegung, möglichst an frischer Luft
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Jan 022015
 

Schwedenkräuter nach Maria Treben

Maria Treben (1907 bis 1991), eine österreichische Kräuterkundige, hat verschiedene Rezepte zum Schwedenkräuter entwickelt. Sie war eine Spezialistin auf dem Gebiet der Kräuterheilkunde und alternativer Behandlungsmethoden. In der ersten Ausgabe der “Kräutermappe Gesundheit aus der Apotheke Gottes” veröffentlichte sie zusammen mit Pfarrer Karl Rauscher zwei verschiedene Rezepte zum Schwedenkräuter.

Großer Schwedenbitter

26 g Aloe
7 g Enzian
5 g Lärchenschwamm
18 g Rhabarber
7 g Angelikawurzel
2 g Safran
18 g Theriak venzian
4 g Eberwurz
2 g Muskatblüte
13 g Myrrhe
2 g Kampfer
2 g Sennesblätter
9 g Zittwerwurzel
2 g Tormetil
18 g Kalmuswurzel
7 g Diotöm
2 g Bibergail
35 g Muskatbohnen
5 g Terra sigulata Fer.

Entsprechend der geplanten Verwendung wird nach dem Filtrieren noch Zucker hinzu gegeben:

54 g Kandiszucker und
12 g reiner Zucker

Soll der Schwedenbitter nur äußerlich verwendet werden, so wird kein Zucker hinzu gegeben.

Die Kräuter werden zu Pulver gestoßen, in eine Flasche gegeben und mit 1,25 l echtem Kornbranntwein oder Obstbranntwein mit mindestens 40% übergossen.  Während des Tages öfter mal schütteln und nach 10 Tagen abseihen, ohne zu schütteln, damit eine klare Flüssigkeit erhalten wird. Über den restlichen Ansatz gibt man nochmals 1,25 l Kornbranntwein oder Obstbranntwein. Nach weiteren 10 Tagen, bei denen die Flasche täglich mehrfach geschüttelt wurde, wird wieder die klare Flüssigkeit abgefüllt und der Rest durch ein Leinentuch mit Watte filtriert. Beide Abgüsse werden gut miteinander vermischt. Zum innerlich zu verwendenden Schwedenbitter wird der Zucker hinzugefügt, zum nur äußerlich zu verwendenden wird kein Zucker hinzugegeben. Nun wird in kleine  Flaschen zum Gebrauch abgefüllt. Das Elixier ist jahrelang haltbar.

Diotöm ist hierbei ein nicht verifizierbarer Stoff – gewöhnlich wird heutzutage angenommen, dass es sich dabei um Diptam (Dictamnus albus)  – Aschwurz bzw. Brennender Busch handelt. Gleichfalls fraglich ist, was Terra sigulata Fer. ist – angenommen wird hierbei, dass es sich um das besonders im Mittelalter gängige Terra sigillata, Rote Heilerde bzw. Roter Ton handelt, der bei Vergiftungen, Durchfall, Wunden und auch bei rheumatischen Beschwerden verwendet wurde.
Zu Beachten ist auch, dass es sich bei der Muskatbohne  nicht um Muskatnuss handelt, sondern um Licaria puchury-major- früher wirklich als Muskatbohne oder  Pichurimbohne bzw. Sassafrasnuss bezeichnet.

 

Kleiner Schwedenbitter

20 g Aloe
10 g Manner
10 g Kampfer
10 g Myrrhe
10 g Eberwurz
10 g Zittwerwurzel
2 g Safran
10 g Angelikawurzel
10 g Theriak venzian
10 g Sennesblätter

Nach Aussagen von Maria Treben wurden alle ihre Heilerfolge mit dem kleinen Schwedenbitter erzielt. In späteren Ausgaben hat sie die Zusammensetzung des kleinen Schwedenbitters nach folgendem Rezept modifiziert:

Modifizierter kleiner Schwedenbitter

10 g Aloe ( kann durch Enzianwurzel oder Wermut, gepulvert, ersetzt werden)
5 g Myrrhe
0,2 g Safran
10 g Sennesblätter
10 g Naturkampfer
10 g Rhabarberwurzel
10 g Zittwerwurzel
10 g Manna
10 g Theriak, venezianischer
5 g Eberwurzel
10 g Angelika

Man setzte den Schwedenkräuter mit 1,5 l Kornbranntwein oder  Obstbranntwein von 38 bis 40 %vol Alkohol in einer 2 l Flasche an. Alles wird 14 Tage in die Sonne oder am Herd warm gestellt. Täglich wird die Flasche geschüttelt. Man seiht anschließend die Flüssigkeit ab und füllt sie in kleine Flaschen, die gut verschlossen und kühl gelagert werden. Der Schwedenbitter bleibt viele Jahre haltbar, je älter er ist, desto wirksamer ist er.

Angewendet wird der Schwedenbitter gegen jegliche Krankheit und jegliches Gebrechen – ein wahres ,,Elixier”.  Er wird gegen Schmerzen und Schwindel genutzt, gegen Pocken und Ausschläge aller Art, Zahnschmerz und Blasen der Zunge, lindert Magenkrämpfe, Koliken und Verstopfung, fördert die Geburt und die Austreibung der Nachgeburt, hilft gegen Würmer und Bandwürmer, öffnet Hämorrhoiden, hilft gegen weißen Ausfluss, Epilepsie, Krebst, Wunden und Narben, Schlaflosigkeit und hilft, den Körper jung zu behalten, hilft bei Sinusitis, Tinnitus, Insektenstiche, Gelenkbeschwerden usw usf…..
Er wird innerlich oder äußerlich verwendet.

Er ist also ein wahres Wunderelixier!

 

Übrigens, auch wenn in vielen Apotheken ein Schwedenbitter nach Maria Treben angeboten wird, heißt dies oft noch nicht, dass man sich auch nach dem Originalrezept von Maria Treben hält – ein Vergleich der Inhaltsstoffe lohnt sich hier.

 

 

 

 

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Jun 282013
 
  • 1 Zitrone
  • 3 EL Öl
  • 1 EL gehackte Kräuter

Den Zitronensaft unter Rühren in das Öl
tropfen lassen. Ist die Masse sämig geworden,
die Kräuter zugeben.

 

DDR

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Jun 162013
 

Gartenkresse wird gereinigt und fein gewiegt. Nun mit Zucker bestreuen. Einige Eier werden Sahne verrührt und mit den gezuckerten Kräutern vermischt. daraus rührt man mit etwas Mehl einen glatten Teig. Aus diesem werden mit einem Löffel Portionen abgenommen und in siedendem Fett blass ausgebacken. Die Küchlein eignen sich als Beilage, man kann sie auch mit Zucker und Zimt bestreuen und so essen.

 

1841, Bayern

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Feb 252013
 

Die kleinsten Frischlinge, etwa wie Spanferkel, werden gut abgesengt, sauber geputzt, gesalzen und meistens ganz gelassen und so in einer Braise mit Weißwein und Essig  weich gekocht, dann von allem Fett gereinigt, ganz trocken, warm auf einem Tuch angerichtet, mit vieler gezupfter Petersilie garniert und eine Marmeladensauce oder eine pikante Sauce beigegeben.

Oder man gibt es kalt, etweder ganz oder zerlegt, mit Aspik oder kalter pikanter Sauce.

Größere Frischlinge werden abgesengt, sauber geputzt und in vier Teilen, zwei vordere und zwei hintere Viertel geteilt; dann meistens, gut gesalzen, mit Wein, Essig, Zwiebel, Wurzelwerk und Gewürz abgekocht, trocken angerichtet und eine beliebige Sauce beigegeben.

Von den Keulen kann man, nachdem sie abgekocht worden sind, die Haut abziehen, messerrückendick gestoßenen Zucker darauf streuen und diesen mit einer glühenden Schaufel braun glaciren. Man garniert ihn mit Petersilie und gibt eine Schwarzwildbret-Sauce dazu, kann ihn auch kalt mit Aspic servieren.

Das Carré gibt Koteletten: Dazu wird es von Schulter und Brust abgelöst, die Haut abgenommen und die Koteletten rippenweise, wie die vom zahmen Schwein, geschnitten, etwas geklopft, geformt, mit fein geschnittenen Zwiebeln in Butter oder fines herbes mariniert, gesalzen, gepfeffert und rasch auf dem Rost gebraten. Man gibt starke Jüs darunter und drückt den Saft von ein paar Zitronen darauf, oder man gießt braun gebratene Butter mit einem Anrichtelöffel voll abgekochten Essig darüber.

8.) Düsseldorf, 1891

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Feb 232013
 

Wenn er jung ist, so ist er sehr wohlschmeckend, und so zart wie ein junger Hase. Man legt ihn 2-3 Tage mit Salz, ganzem Gewürz, Zwiebel, gelben Rüben, Sellerie und Küchenkräutern in Essig und spickt und bratet ihn dann wie einen jungen Hasen, darf ihn aber etwas später zusetzen.

Ist er nicht mehr jung, so muß man ihn erst einen Tag in Salzwasser legen und dann noch 2 Tage in Essig mit Gewürz und Lorbeerblättern.

Die Stücke, welche nicht zum Braten gebraucht werden, bereitet man wie Hasenpfeffer zu.

8.) Düsseldorf, 1891

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Feb 232013
 

Am Besten ist er gebraten:

Man reibt ihn mit Salz, Pfeffer und Nelken ein und legt ihn mit ein paar Lorbeerblättern und Zitronenscheiben über Nacht in Essig. Dann wird der Kopf abgehackt, der Fischotter in ein mit Butter bestrichenes Papier gebunden, in eine Bratpfanne gelegt, 125 g Butter, 1/2 Zitrone, eine Zwiebel, beides in Scheiben geschnitten, 1 Lorbeerblatt, einige Pfefferkörner und Gewürznelken, paar EL Essig und einer halben Schöpfkelle Fleischbrühe daran gegeben und so, unter  öfterem Begießen mt der Brühe langsam gebraten.  Danach wird eine Handvoll geriebenes Weißbrot mit etwas Mehl vermsicht, in Butter braun geröstet, eine gewürfelte Zwiebel darin gedämpft, der Bratensaft durch einen Seiher daran gegossen und noch etwas aufgekocht. Sollte die Sauce zu dick sein, so verdünnt man sie mit Fleischbrühe. Falls sie nicht pikant genug ist, hilft man mit Zitronensaft nach. Diese Sauce wird in einer Sauciere dazu gereicht und noch Senf dazu gegeben.

Mit rotem Wein:

Wenn der Fischotter abgezogen und in Stücke geschnitten ist, so legt man ihn mit allen Sorten Kräutern und klein geschnittenen Wurzeln, Zwiebeln, Knoblauch, etlichen Lorbeerblättern, Salz, grob gestoßenem Gewürz und einem Glas Essig in ein Geschirr und lässt ihn darin 24 Stunden liegen. Dann macht man Butter gelb, gibt etliche zu Scheiben schnittene Zweibeln mit eingen klein geschnittenen Wurzeln hinein, legt die Stücke Fischotter darauf, streut Salz darüber und lässt es so dämpfen. Nach einiger Zeit wendet man die Stücke um, gibt 1/2 Schoppen Rotwein, 1 Kelle Fleischbrühe und 3-4 in Butter gelb geröstete Weißbrotscheiben daran und kocht es zusammen, bis das Fleisch weich ist. Nun legt man dieses in ein anderes Geschirr und läßt es stehen, bis das Fett sich zum Abschöpfen gesetzt hat., Nun gießt man die Sauce durch ein Sieb über das Fleisch und drückt, unmittelbar vor dem Anrichten, den Saft von 1/2 Zitrone daran.

Mit feinen Kräutern:

Man nimmt eltiche Chalotten oder eine andere Zweibel, etliche Stückchen Knoblauch, Petersilie, 30 g Kapern, 4 ausgegrätete Sardellen, Basilikum und Thymian, schneidet alles fein klein, dämpft es in 4 EL Olivenöl, legt den in Stücke geschnittenen Fischotter nebst Pfeffer uns Salz hinein, lässt es zusammen dämpfen, wendet die Sütcke paar Male um und gießt dann 1 Glas Weißwein darüber. Ist dies kurz eingekocht, so streut man 1/2 EL Mehl darüber und gibt 1 Kelle gute Fleischbrühe, etwas Estragon-Essig oder den Saft einer Zitrone daran und schöpft vor dem Servieren das Fett ab.

Da Fischotter zu den Fastenspeisen gehört, muß man, wo strenge Fastenordnung ist, anstatt Fleischbrühe Fastenbrühe nehmen.

8.) Düsseldorf, 1891

 

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Feb 232013
 

Der Biberschwanz wird als köstliches Gericht gerühmt und teuer bezahlt.

Er wird abgeschnitten, ehe sonst an dem Tier etwas geschieht, dann gleich roh abgebrüht und sauber geputzt, mit Zitronensaft gut gewaschen und in einer Braise mit Weißwein und Consommé weich gekocht, nun herausgenommen, ausgekühlt, gesalzen, mit feinen Kräutern, Butter und feinen Semmelbröseln paniert, auf dem Roste langsam schön gelblich g3ebraten und mit starker Jüs, Glace und Zitronensaft angerichtet.

Auch kann eine gute Pfeffersauce oder braune pikante Sauce beigegeben werden.

8.) Düsseldorf, 1891

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Jan 072013
 
  • 2 kg Kartoffeln
  • 500 g Quark
  • Salz, Pfeffer
  • Sahne
  • Kräuter wie Dill, Petersilie, Schnittlauch

Die Kartoffeln in Salzwasser kochen, Wasser abgießen, pellen und warm stellen.

Den Quark mit Salz und Pfeffer würzen. Die Käruter fein hacken und unter den Quark geben. Den Quark mit etwas Sahne cremig glatt verrühren.

Nun mit den warmen Kartoffeln servieren.

Norddeutsches Rezept

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Nov 012012
 

4 EL fein geschnittener Gartensauerampfer, 3 EL feines Kerbelkraut, etwas fein geschnittene Zweibeln und Petersilie werden in 125 g heißer Butter einige Zeit gedünstet, dodann mit einem Schöpflöffel Wurzelbrühe begossen und mit etwas Salz weich gekocht.

Gleichzeitig werden 2 frische Mundbrote abgerieben, der Boden abgeschnitten, die Brote sodann in Scheibchen geschnitten und auf einem Blech im nicht zu heißenm Backofen getrocknet.

Sodann kommt das Brot in eine Casserolle, die Kräuter werden dazu gegeben mit noch 2 l Wurzelbrühe begossen und so zusammen mit etwas Salz gut verkocht. Beim Anrichten wird die Suppe gesalzen und mit dem Gelben von 6 Eiern und 250 g süßer Sahne legiert und angerichtet.

1860, Bayrisches Rezept

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Mrz 112012
 
  • 6 Eigelb
  • 1 ganzes Ei
  • 125 g feines Öl
  • 45 g Sardellenbutter
  • 3 Chalotten
  • 30 g Kapern
  • 1 Tasse Bouillon
  • 1/2 Tasse Essig
  • 1 Löffel Senf
  • 1 Teelöffel Pfeffer
  • 1/2 Teelöffel Kardamom
  • Petersilie

suelzeremoulade-2013-12-07-004

Die hartgekochten Eigelb werden auf einer Reibe geerieben, mit den fein gehackten Chalotten, der Sardellenbuter, dem rohen Eigelb und dem Öl, das man tropfenweise zugibt, ausgiebig verrührt, alles übrige wird dann dazu gegeben. Wenn nötig, noch mit Salz, Zitronensaft und etwas Zucker abschmecken und mit Wasser oder Weißwein verdünnen.

Man kann an die Sauce auch gehackten Estragon, Schnittlauch und Spinat geben.

Diese Sauce passt zu marinierten Aalen, gebratenen Fischen, Hühnern, Sülzen und kalten Fleischspeisen.

Wangerooge, Norddeutschland, 1850

 

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